Elvis Biographie

Elvis Aaron Presley, geboren 1935 in Tupelo, Mississippi, stieg in den 1950er-Jahren zum „King of Rock ’n‘ Roll“ auf und prägte die Musikwelt nachhaltig. Mit Hits wie „Heartbreak Hotel“ und „Jailhouse Rock“ revolutionierte er die Popkultur. Seine Filmkarriere und ikonische Bühnenauftritte machten ihn zu einer Legende. Trotz gesundheitlicher Probleme und persönlicher Herausforderungen blieb er bis zu seinem Tod 1977 eine einflussreiche Figur. Sein Vermächtnis wirkt bis heute, und seine Musik lebt weiter.

1935: Geburt einer Legende

Elvis Aaron Presley erblickt am 08. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi, das Licht der Welt – in einem einfachen Shotgun-House mit nur zwei Zimmern. Sein Zwillingsbruder Jesse Garon wird tot geboren. Die Familie Presley lebt in bescheidenen Verhältnissen: Mutter Gladys verdient als Näherin den Lebensunterhalt, während Vater Vernon Gelegenheitsarbeiten auf Baumwollfeldern und in Fabriken nachgeht. Bereits in der East Tupelo Consolidated School entdeckt Elvis seine Liebe zur Musik und sammelt dort erste Erfahrungen als Sänger.

1938: Haft des Vaters

Vernon Presley und zwei seiner Arbeitskollegen werden wegen der Fälschung eines Schecks verhaftet und später zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Bereits im Jahr 1939 wird Vernon jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen.

Während dieser schwierigen Zeit wächst das enge Verhältnis zwischen Elvis Presley und seiner Mutter Gladys. Die beiden entwickeln eine besonders innige Mutter-Sohn-Bindung, die Elvis’ ganzes Leben prägen wird. Schon als kleiner Junge entdeckt Elvis seine Liebe zur Musik und singt regelmäßig im Kirchenchor der „Assembly of God Church“.

1945: Talentwettbewerb

Beim Talentwettbewerb der "Mississippi-Alabama Fair and Dairy Show" in seiner Heimatstadt Tupelo belegt Elvis Presley den fünften Platz – als Preis erhält er Freifahrten auf dem Karussell.

1947: Erste Gittare zum Geburtstag

Zum Geburtstag schenkt Elvis’ Mutter ihm seine erste Gitarre – erworben im Geschäft der "Tupelo Hardware Company". Ursprünglich hatte sich der kleine Elvis allerdings ein Fahrrad gewünscht. Die musikalischen Grundlagen bringt ihm sein Onkel bei, der ihm erste Griffe und Melodien zeigt.

Die Presley-Familie lebt zu dieser Zeit unter schwierigen Bedingungen im ärmlichen Viertel von Tupelo – eine Folge der tief verwurzelten sozialen Ungleichheit und der strikten Rassentrennung im amerikanischen Süden jener Jahre. In dieser Umgebung wird Elvis früh mit der Musik der afroamerikanischen Gemeinde konfrontiert. Er hörte den leidenschaftlichen Gesängen in den Kirchen zu und lies sich von den Klängen des Gospel und Blues prägen – Einflüsse, die später tief in seinem eigenen musikalischen Stil verwurzelt sein werden.

1948: Umzug nach Memphis

Die Familie Presley siedelt in den benachbarten Bundesstaat Tennessee über und lässt sich in Memphis nieder – in der Hoffnung auf bessere wirtschaftliche Perspektiven. Der junge Elvis Presley wird dort Schüler der "L.C. Humes High School".

1949: Wohnen in der Sozialwohung

Die Familie erhält die behördliche Genehmigung, in eine Sozialwohnung in der Wohnanlage Lauderdale Courts (185 Winchester Avenue) einzuziehen. Die Siedlung war Teil eines staatlich geförderten Wohnbauprojekts, das im Jahr 1936 im Rahmen der Maßnahmen des New Deal errichtet und von der „Federal Emergency Administration of Public Works“ – der damaligen Behörde für öffentliche Bauvorhaben – finanziert wurde.

1950: Erste Berührung mit dem Blues

Für 12,75 Dollar die Woche arbeitet Elvis als Platzanweiser in einem Kino. Nach Feierabend zieht es ihn in die lebendige Clubszene von Memphis (vor allem in der Beale Street) – dort entdeckt und vertieft er seine Faszination für die Blues-Musik, die fortan einen prägenden Einfluss auf sein musikalisches Empfinden haben wird.

1953: Elvis Presleys erster Schritt ins Musikgeschäft

Nach seinem High-School-Abschluss beginnt Elvis Presley zunächst ein schlichtes Arbeitsleben: Zunächst arbeitet er in einer Werkzeugfabrik, später verdient er sein Geld als Lastwagenfahrer bei der "Crown Electric Company". Doch im Sommer 1953 setzt er einen folgenreichen Schritt – er betritt das Tonstudio der Sun Record Company in Memphis. Für wenige Dollar nimmt er dort auf eigene Kosten eine Schallplatte mit dem Song „My Happiness“ auf, die er seiner Mutter Gladys als Geburtstagsgeschenk widmen will.

Was als private Geste beginnt, zieht bald größere Kreise: Studioinhaber Sam Phillips wird auf die markante Stimme des jungen Mannes aufmerksam. Anfangs noch skeptisch, erkennt Phillips schließlich das außergewöhnliche Potenzial Presleys und bietet ihm einen Plattenvertrag an. Als erster Manager fungiert Gitarrist Scotty Moore, der zusammen mit Bassist Bill Black das musikalische Fundament für Elvis’ erste Studioaufnahmen legt.

1954: Durchbruch mit Sun Records

Mit der Veröffentlichung seiner ersten Single „Blue Moon of Kentucky“ und „That’s All Right Mama“ gelingt Elvis Presley 1954 der musikalische Durchbruch. Der lokale Discjockey Dewey Phillips spielt die Platte erstmals im Radio auf WHBQ in Memphis – und löst damit eine Welle der Begeisterung aus. Innerhalb kürzester Zeit wird der junge Musiker zur Sensation: Er tritt in Radiosendungen auf, geht auf Tournee und beginnt, seinen ganz eigenen Stil zu formen – einen energiegeladenen Mix aus Country, Rhythm and Blues, der später als Rock ’n’ Roll in die Musikgeschichte eingehen wird.

Besonders provokant wirkt auf das konservative Publikum jener Zeit sein lasziver Hüftschwung, der ihm schnell den Spitznamen „Elvis the Pelvis“ einbringt und Eltern im ganzen Land in Aufruhr versetzt. Einige seiner Auftritte werden von der Polizei beobachtet und sogar gefilmt; im Fernsehen zeigt man ihn teilweise nur von der Hüfte aufwärts, um sein „obszönes“ Tanzen zu kaschieren.

Noch im selben Jahr beginnt Elvis eine legendäre Auftrittsserie bei der Louisiana Hayride Show im Municipal Auditorium von Shreveport, Louisiana – ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Ikone der Popkultur.

1955: RCA übernimmt Elvis’ Vertrag – der Start einer Weltkarriere

Im Jahr 1955 erwirbt die einflussreiche US-Schallplattenfirma RCA Victor (Radio Corporation of America) für die damalige Rekordsumme von 35.000 US-Dollar die Vertragsrechte an Elvis Presley. Die bisherige Plattenfirma Sun Records aus Memphis war trotz erster Erfolge nicht in der Lage, den jungen Künstler national zu vermarkten.

Mit dem Wechsel zu RCA beginnt eine neue Ära: Unter der Leitung des geschäftstüchtigen Managers Colonel Tom Parker nimmt Elvis’ Karriere rasch Fahrt auf und entwickelt sich zu einer der bedeutendsten Musikphänomene des 20. Jahrhunderts.

1956: Der Durchbruch eines Superstars

Im Jahr 1956 gelingt Elvis Presley der endgültige Durchbruch zum nationalen und später weltweiten Superstar. Mit der Aufnahme des Songs „Heartbreak Hotel“, seiner ersten Single unter dem RCA-Label, landet er einen sensationellen Erfolg: Acht Wochen lang dominiert das melancholisch anmutende Stück die Spitze der amerikanischen Billboard-Charts. Der Song wird zum Sinnbild für den Beginn einer neuen Ära in der Populärmusik – dem Rock ’n’ Roll.

Nahezu zeitgleich erscheint das Album mit dem Song „Hound Dog“, das sich über sieben Millionen Mal verkauft – ein damals kaum vorstellbarer Rekord. Der kommerzielle Triumph beschert Presley nicht nur zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen, sondern erlaubt ihm auch den Erwerb seines ersten eigenen Hauses: Für 40.000 Dollar zieht er in das Anwesen in der 1034 Audubon Drive in Memphis, das für kurze Zeit zu einem Pilgerort für Fans wird.

Inmitten dieses kometenhaften Aufstiegs gelingt es Colonel Tom Parker, Elvis auch in die Filmwelt einzuführen. Mit dem Debütfilm „Love Me Tender“ betritt Presley erstmals die große Leinwand – und sorgt prompt für volle Kinosäle. Der Film entwickelt sich zum Kassenschlager, der Elvis als ernstzunehmenden Schauspieler etabliert. In den folgenden Jahren avanciert er zum Kassenmagneten und dreht eine Reihe kommerziell erfolgreicher Filme.

Auch auf der Bühne bleibt Elvis aktiv: Am 23. April 1956 steht er erstmals auf einer Bühne in Las Vegas – im New Frontier Hotel beginnt seine erste Konzertreihe in der Spielermetropole. Noch im selben Jahr folgen zahlreiche TV-Auftritte, die seine Popularität weiter steigern. Besonders prägend sind seine Gastauftritte in den populären Shows von Milton Berle, Steve Allen, der Dorsey Brothers Stage Show sowie in der Ed Sullivan Show – die bis dahin als wenig Rock-’n’-Roll-affin galt, durch Elvis jedoch Rekordquoten verzeichnet.

Ein besonderes musikalisches Ereignis folgt im Dezember 1956, als sich Presley zu einer informellen Session im legendären Sun Studio in Memphis einfindet. Spontan stößt er dort auf drei weitere Musiker, die später ebenfalls als Rocklegenden gelten: Johnny Cash, Carl Perkins und Jerry Lee Lewis. Das Zusammentreffen wird mitgeschnitten und geht unter dem Namen „Million Dollar Quartet“ als historischer Moment in die Musikgeschichte ein – eine Momentaufnahme des musikalischen Aufbruchs, wie sie authentischer kaum sein könnte.

1957: Elvis kauft Graceland

Im Frühjahr 1957 erreicht Elvis Presley einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere – sowohl musikalisch als auch persönlich. Mit der Veröffentlichung der Single „Jailhouse Rock“, dem Titelsong seines gleichnamigen Films, stellt er erneut Verkaufsrekorde auf und festigt seinen Status als führende Ikone der amerikanischen Popkultur. Insgesamt wird er es bis zu seinem frühen Tod am 16. August 1977 mit knapp 40 Songs in die Top Ten der US-amerikanischen Charts schaffen.

Doch das Jahr markiert auch einen Wendepunkt im Privatleben des Stars: Im März erwirbt Elvis für damals rund 100.000 Dollar das Anwesen Graceland in Memphis, Tennessee. Die prächtige Villa, gelegen im ruhigen Stadtteil Whitehaven im Süden der Stadt, soll fortan sein Rückzugsort werden. Gemeinsam mit seinen Eltern Vernon und Gladys Presley zieht er in das neue Zuhause ein, das schon bald weltweite Berühmtheit erlangen wird.

Gegen Jahresende folgt ein weiterer Schritt, der sein Leben maßgeblich verändern wird: Elvis erscheint in Memphis zur Musterung für den Militärdienst – ein Ereignis, das seine Karriere kurzzeitig unterbrechen, ihn jedoch nicht aus dem Blick der Öffentlichkeit rücken wird.

1958: Elvis Presley tritt seinen Militärdienst an

Im Frühjahr 1958 wird Elvis Presley zum Wehrdienst eingezogen – ein Schritt, der nicht nur militärische, sondern auch medienstrategische Bedeutung hat. Auf Anraten seines Managers Colonel Tom Parker verzichtet der Superstar bewusst auf eine privilegierte Rolle in einer Entertainereinheit und absolviert seinen Dienst als regulärer Soldat der U.S. Army. Für Parker ist dieser Schritt ein geschickter Schachzug, um Elvis' Image als patriotischer Amerikaner zu festigen und Skeptikern entgegenzuwirken, die den Rock’n’Roll als jugendgefährdend betrachten.

Presley wird zunächst nach Fort Hood, Texas, verlegt, bevor er im Oktober desselben Jahres im Rahmen des NATO-Verteidigungsbündnisses nach Deutschland entsandt wird. Stationiert wird er in Friedberg in Hessen, wo er insgesamt 17 Monate lang seinen Dienst in den Ray Barracks leistet. Während dieser Zeit wohnt er privat mit seinem Vater Vernon und einigen Freunden in einem angemieteten Haus in Bad Nauheim. Dort begegnet er auch der damals erst 14-jährigen Priscilla Beaulieu, der Tochter eines US-Offiziers – eine Begegnung, die sein Leben nachhaltig prägen wird. Jahre später wird Priscilla seine Ehefrau.

Während Elvis' Zeit in der Armee befürchten viele Fans und Medien das abrupte Ende seiner steilen Karriere. Die Musiklandschaft verändert sich rasant, und Kritiker sehen den zeitweiligen Rückzug des „King of Rock’n’Roll“ als riskant. Noch tragischer ist jedoch ein persönlicher Schicksalsschlag: Im August 1958 verstirbt seine geliebte Mutter Gladys Presley im Alter von nur 46 Jahren an den Folgen einer Hepatitis-Erkrankung. Die Nachricht trifft Elvis tief – der Verlust stürzt ihn in eine Phase der Trauer, aus der er sich nur schwer befreien kann. Ihre enge Bindung galt als einer der emotionalen Anker seines Lebens.

Trotz aller Sorgen wird die Armeezeit rückblickend nicht zum Bruch in Elvis’ Karriere. Im Gegenteil: Bei seiner Rückkehr im Frühjahr 1960 ist er reifer, seriöser – und bereit für die nächste Phase seiner Laufbahn, die ihn nun zunehmend auch ins Filmgeschäft führen wird.

1960: Welcome Home, Elvis

Der Elvis-Hype war nach seiner Rückkehr aus der Armee keineswegs abgeklungen – im Gegenteil: Die Nachfrage nach dem „King of Rock ’n’ Roll“ war ungebrochen. Den eindrucksvollsten Beweis dafür lieferte ein prestigeträchtiger TV-Auftritt: Für seine Teilnahme an der „Frank Sinatra Timex Show – Welcome Home Elvis“, die am 12. Mai 1960 ausgestrahlt wurde, erhielt Presley eine sensationelle Gage in Höhe von 125.000 US-Dollar – ein Rekordbetrag für einen einzelnen Fernsehauftritt zu jener Zeit. Umgerechnet in heutige Werte entspräche das rund 1.028.700 US-Dollar.

Dieser einmalige TV-Moment, bei dem Presley unter anderem ein Duett mit Sinatra sang, war nicht nur ein mediales Großereignis, sondern unterstrich auch eindrucksvoll seinen Status als Superstar der Popkultur. Sein Comeback auf die Bühne nach zwei Jahren Militärdienst wurde von Millionen Zuschauern verfolgt – ein klarer Beweis: Elvis war zurück, und er war größer denn je.

1960 - 1964: Elvis in Hollywood

Zwischen 1960 und 1964 verlagert Elvis Presley seinen Fokus zunehmend auf seine Filmkarriere. Neue musikalische Erfolge erscheinen nicht mehr in der gewohnten Taktung, da der King of Rock ’n’ Roll fast ausschließlich vor der Kamera steht.

Zwar bleibt er durch seine Filmrollen und begleitende Soundtracks weiterhin in den Medien und Charts präsent, doch an die früheren Verkaufsrekorde kann er nicht mehr anknüpfen. Eine Ausnahme bildet der Film Blue Hawaii aus dem Jahr 1960, der sich als kommerziell erfolgreichster Spielfilm seiner Karriere erweist.

1961: Engagement für den guten Zweck

Elvis Presley stellt 1961 einmal mehr seinen Sinn für Wohltätigkeit unter Beweis. Am 25. Februar tritt er in seiner Heimatstadt Memphis im Rahmen einer Benefizveranstaltung auf – ohne Gage. Nur einen Monat später, am 25. März, engagiert er sich erneut ehrenamtlich, diesmal auf Hawaii: Mit einem Konzert in Pearl Harbor unterstützt er die Errichtung eines Denkmals für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Schlachtschiffs USS Arizona. Auch bei diesem Auftritt verzichtet Presley auf jede Bezahlung und spendet großzügig für das Gedenkprojekt.

Zu diesem Zeitpunkt hat Elvis weltweit bereits über 75 Millionen Tonträger verkauft – gestapelt würde das einen Turm von 187 Kilometern Höhe ergeben oder einer Spieldauer von 166 Jahren ununterbrochener Elvis-Musik entsprechen.

1964: Spende einer Jacht

Am Valentinstag den 14. Februar 1964 übergibt Elvis Presley im Hafen von Long Beach feierlich die ehemalige Präsidentenyacht USS Potomac an den Entertainer Danny Thomas. Die einst von Franklin D. Roosevelt genutzte Yacht wird zugunsten des St. Jude Children’s Research Hospital in Memphis gestiftet – einer Einrichtung, die von Thomas ins Leben gerufen wurde und sich der Behandlung schwerkranker Kinder widmet.

1965: Besuch der Beatles

Am 27. August 1965 erfüllen sich die Beatles einen lang gehegten Traum: Sie treffen in Elvis Presleys Villa in Bel-Air, Hollywood, erstmals persönlich auf ihr musikalisches Vorbild. John Lennon brachte die Bedeutung dieses Moments später auf den Punkt: „Vor Elvis gab es nichts!“

1967: Elvis gibt Priscilla das Jawort

Am 01. Mai 1967 heiratet Elvis Presley seine langjährige Partnerin Priscilla Beaulieu im Aladdin Hotel in Las Vegas. Zu diesem Zeitpunkt lebt das Paar bereits seit mehreren Monaten gemeinsam in Presleys Anwesen Graceland in Memphis.

1968: Geburt von Lisa Marie und triumphales Comeback

Am 01. Februar 1968, neun Monate nach der Hochzeit mit Priscilla, kommt Lisa Marie Presley zur Welt – das einzige gemeinsame Kind von Elvis Presley. Noch im selben Jahr gelingt dem damals 33-jährigen Musiker mit dem NBC-TV-Special ein spektakuläres Comeback: In schwarzem Lederanzug performt er Klassiker und neues Material – roh, unmittelbar und charismatisch.

Der Auftritt, der bis heute als das erste Unplugged-Konzert der Musikgeschichte gilt, markiert eine stilistische und persönliche Wende. Der einstige Rebell wandelt sich zum strahlenden „All American Boy“ und festigt seinen Status als Ikone einer neuen Ära.

1969: Die Rückkehr auf die Bühne

Nach einer längeren Phase der Bühnenabstinenz wagt Elvis Presley 1969 ein fulminantes Comeback: Er unterzeichnet einen Auftrittsvertrag mit dem neu eröffneten International Hotel in Las Vegas. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass der King of Rock ’n’ Roll wieder vor einem Live-Publikum auftritt – eine Rückkehr, die nicht nur von Fans sehnsüchtig erwartet wurde, sondern auch seine Karriere in eine neue Phase führt.

In den Folgejahren etabliert sich Presley als feste Größe im Live-Entertainment von Las Vegas und darüber hinaus. Regelmäßig stehen Auftritte in renommierten Hotels, Casinos und Veranstaltungsorten auf dem Programm – darunter auch im Sahara Tahoe Hotel in Stateline, Nevada. Diese Jahre markieren eine Ära intensiver Konzerttätigkeit, die bis zu seinem Tod im Jahr 1977 andauert.

1970: Auszeichnung, Filmdebüt und ein denkwürdiges Treffen

Im Januar 1970 wird Elvis Presley von der Organisation „United States Junior Chamber“ als einer der „Zehn herausragenden jungen Männer Amerikas“ (Ten Outstanding Young Men of America) geehrt – eine seltene Anerkennung, die seine kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung unterstreicht.

Im November folgt ein weiterer Meilenstein: Der erste große Konzertdokumentarfilm über Elvis Presley, Elvis – That’s The Way It Is, feiert Premiere. Die Produktion bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Proben und Live-Auftritte des Sängers im International Hotel in Las Vegas und markiert zugleich den Beginn einer neuen Ära in seiner Bühnenkarriere.

Am 21. Dezember reist Elvis überraschend nach Washington, D.C. und trifft im Weißen Haus auf US-Präsident Richard Nixon. Das ungewöhnliche Aufeinandertreffen sorgt weltweit für Schlagzeilen. Im Verlauf des Gesprächs ernennt Nixon den Musiker offiziell zum ehrenamtlichen Bundesagenten der US-Drogenbehörde (Bureau of Narcotics and Dangerous Drugs), was Elvis’ Wunsch entspricht, aktiv im Kampf gegen Drogen mitwirken zu dürfen.

1971: Lake Tahoe

Im Sommer 1971 gibt Elvis Presley sein Debüt im Sahara Tahoe Hotel in Stateline am Lake Tahoe, Nevada. Vom 20. Juli bis zum 2. August steht er dort erstmals auf der Bühne. Parallel dazu bleibt er weiterhin regelmäßig im International Hotel in Las Vegas engagiert – ein Beweis für seine enge Bindung an die Spielerstadt und ihre Bühnen.

1972: Elvis On Tour und eine Straße für den King

Im Jahr 1972 wird Elvis Presley in seiner Heimatstadt Memphis eine besondere Ehre zuteil: Der südliche Abschnitt des Bellevue Boulevard, der unmittelbar an seinem Anwesen Graceland vorbeiführt, wird feierlich in Elvis Presley Boulevard umbenannt – eine bleibende Hommage an den King of Rock ’n’ Roll.

Im Juni desselben Jahres setzt Presley auch auf der Bühne neue Maßstäbe: Mit vier ausverkauften Konzerten im legendären Madison Square Garden begeistert er rund 80.000 Zuschauer in New York City – ein Triumphzug, der seine Popularität auch an der amerikanischen Ostküste eindrucksvoll unterstreicht.

Am 1. November 1972 feiert die Konzertdokumentation „Elvis On Tour“ ihre Weltpremiere. Der Film bietet einen intimen Blick hinter die Kulissen seiner damaligen Tournee und sollte zugleich die letzte offizielle Kinoproduktion mit Elvis Presley in der Hauptrolle bleiben.

Auch privat beginnt für Elvis ein neues Kapitel: Im Sommer 1972 begegnet er der ehemaligen Miss Tennessee Linda Thompson – bei einer exklusiven Privatvorführung im traditionsreichen Memphian Theater, einem kleinen Kino in Memphis, das er oft für persönliche Filmabende reservieren ließ. Die Begegnung markiert den Beginn einer mehrjährigen Beziehung.

1973: Aloha from Hawaii

Am 14. Januar 1973 schreibt Elvis Presley Fernsehgeschichte: Mit „Aloha from Hawaii“ wird erstmals ein Konzert eines Solokünstlers live per Satellit rund um den Globus übertragen. Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung verfolgt die Show – ein bis dahin unerreichter Meilenstein. In den USA übertrifft die Zuschauerzahl sogar jene der legendären Mondlandung von 1969.

Der Name Elvis Presley ist in diesen Jahren weltweit so präsent wie kaum ein anderer – vergleichbar mit globalen Marken wie „Coca-Cola“. Doch hinter dem Ruhm beginnt sich das Privatleben des King of Rock’n’Roll zu verändern: Bereits im Februar 1972 trennt sich Priscilla Presley von ihrem Ehemann, die Scheidung wird im Folgejahr rechtskräftig. Die gemeinsame Tochter Lisa Marie lebt fortan bei der Mutter, pflegt jedoch weiterhin einen regelmäßigen Kontakt zu ihrem Vater. Trotz der Trennung bewahren Elvis und Priscilla ein respektvolles, freundschaftliches Verhältnis. Zugleich zeigen sich bei Elvis erste Anzeichen gesundheitlicher Probleme.

1974: Proklamation des Elvis-Presley-Tags

Im Januar 1974 erklärt Jimmy Carter, damals Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia, einen offiziellen „Elvis Presley Day“. Carter, der sich als Bewunderer des Künstlers bekannte, würdigte damit die kulturellen Verdienste Presleys. Nur wenige Jahre später sollte Carter zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden.

1975: Kauf eines Privatjets

Im Jahr 1975 durchbricht der weltweite Verkauf von Elvis Presleys Tonträgern die magische Marke von 500 Millionen Exemplaren – ein Meilenstein in der Geschichte der Popmusik. Inmitten dieses kommerziellen Triumphs erfüllt sich der „King of Rock ’n’ Roll“ einen langgehegten Traum: Er erwirbt eine ausgemusterte Convair 880 der Fluggesellschaft Delta Airlines und lässt sie aufwendig zu einem luxuriösen Privatjet umbauen. Das stilvoll ausgestattete Flugzeug erhält den Namen „Lisa Marie“ – eine Hommage an seine geliebte Tochter.

Während Elvis sich im äußeren Glanz seines Erfolgs sonnt, trüben gesundheitliche Probleme zunehmend sein persönliches Wohlbefinden. Bereits seit mehreren Jahren leidet der Superstar unter körperlichen Beschwerden, die sich nun deutlich verschärfen und erste Schatten auf seine Karriere werfen.

1976: Abschied im Jungle Room – Die letzten Studioaufnahmen

Im Jahr 1976 tritt eine neue Frau in Elvis Presleys Leben: Ginger Alden, ehemalige Schönheitskönigin, mit der er eine Beziehung beginnt, wird seine letzte feste Partnerin. In derselben Zeit zieht sich Elvis zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück und verlagert sein kreatives Schaffen in sein Zuhause – die Villa Graceland in Memphis. Dort, im sogenannten „Jungle Room“, einem opulent eingerichteten Raum mit tropischem Flair, finden im Februar und Oktober 1976 seine letzten Studioaufnahmen statt.

Diese Sessions bilden das letzte musikalische Kapitel seines Schaffens. Ein Teil der aufgenommenen Titel erscheint 1977 auf dem posthum veröffentlichten Studioalbum Moody Blue, das zur klingenden Abschiedsbotschaft eines Musikers wird, dessen Stimme bis zuletzt Ausdruck von Tiefe und Gefühl blieb.

1977: Der König ist tot – lang lebe der König

Am 26. Juni 1977 betritt Elvis Presley in der Market Square Arena von Indianapolis zum letzten Mal eine Konzertbühne. Trotz spürbarer gesundheitlicher Beschwerden begeistert er fast 18.000 Zuschauer mit Klassikern wie „My Way“ und „Can’t Help Falling in Love“.

Nur wenige Wochen später, am 16. August 1977, stirbt Elvis im Alter von 42 Jahren auf seinem Anwesen Graceland an den Folgen eines Herzinfarkts. Seine Freundin Ginger Alden findet ihn leblos im Badezimmer. Wiederbelebungsversuche durch seine Leibwächter und die herbeigerufene Ambulanz bleiben erfolglos. Der Gouverneur von Tennessee ruft den 18. August, den Tag der Beisetzung, zum offiziellen Trauertag aus. Lisa Marie Presley wird als einziges Kind zur Alleinerbin bestimmt.

Am Tag der Beerdigung säumen Tausende von Fans die Straßen, als sich der Trauerzug in Richtung Forest Hill Friedhof in Memphis bewegt. Die Zeremonie gleicht einem Staatsakt. Im Oktober erhält Vernon Presley, der Vater des Verstorbenen, die Genehmigung, die Särge von Elvis und seiner Mutter Gladys nach Graceland überführen zu lassen. Beide werden im Meditationsgarten beigesetzt – nachdem Unbekannte versucht hatten, Elvis’ Sarg zu entwenden, um Lösegeld zu erpressen.

1979: Tod von Vater Vernon Presley

Am 26. Juni 1979 erliegt Vernon Presley im Alter von 63 Jahren einem Herzversagen. Er wird im Meditationsgarten von Graceland zur letzten Ruhe gebettet – an der Seite seines Sohnes Elvis und seiner Ehefrau Gladys. Eine schlichte Grabplatte erinnert zudem an Jesse Garon, den totgeborenen Zwillingsbruder von Elvis.

1982: Graceland wird für Besucher geöffnet

Um die hohen laufenden Kosten des Anwesens decken zu können, wird Graceland 1982 erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Obergeschoss – einst Elvis’ privater Rückzugsort – bleibt bis heute verschlossen. Seither besuchen jährlich rund 600.000 Menschen die legendäre Villa in Memphis mit ihren Museen, Ausstellungen, dem Fuhrpark und den Privatjets.

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